Ein natürlicher Kreislauf: In jedem Garten fallen regelmäßig Gras, Laub und Baumschnitt an. Statt diese organischen Abfälle zu verbrennen oder auf Deponien zu entsorgen, können sie in einem Kompostwerk zu wertvollem Humus recycelt werden. So schließt sich der organische Stoffkreislauf: Nährstoffe und organische Substanz kehren als hochwertiger Kompost in die Böden zurück. Die Galafa in Falkensee verfolgt dieses Prinzip der Kreislaufwirtschaft konsequent. Als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb gewährleisten wir die sachgerechte Entsorgung von Garten- und Parkabfällen und deren Verarbeitung nach guter fachlicher Praxis – unter regelmäßiger behördlicher Kontrolle. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie aus Ihrem Grünschnitt Schritt für Schritt gütegesicherter Kompost entsteht.
Annahme: Start der Kompostreise
Täglich liefern Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen tonnenweise Gartenabfälle wie Rasenschnitt, Herbstlaub, Strauchschnitt oder Astwerk an. Wichtig ist, dass unbehandelte, natürliche Materialien angeliefert werden – ohne chemische Schadstoffe oder Fremdmüll. Vor Ort begutachten geschulte Mitarbeiter die Ladung auf Störstoffe wie Plastik, Steine, Schutt oder Metall, denn nur reiner Grünschnitt lässt sich zu qualitativ hochwertigem Kompost verarbeiten. Größere holzige Teile (Äste, Stammholz, Wurzelstöcke) und saubere Erdaushub-Böden werden separat erfasst, da sie anders verwertet werden. Ist die Anlieferung geprüft, beginnt unverzüglich die Verarbeitung – der Grünschnitt soll so frisch wie möglich kompostiert werden, um Gerüche und Verluste an Nährstoffen zu minimieren.
Aus Plastik wird kein Humus!

Leider kommt es immer wieder vor, dass sich Fremdstoffe wie bspw. Folien, Flaschen oder Plastik bzw. sonstiger Müll in den Gartenabfällen befindet. Dies gefährdet nicht nur die Qualität der gewonnenen Erden und Komposte, sondern ist auch aus weiteren Gründen schädlich für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Zunächst einmal ist Plastik kein organisches Material und kann deshalb im natürlichen Kompostierprozess nicht abgebaut werden. Gartenabfälle wie Gras, Laub oder Äste verrotten auf natürliche Weise und werden zu nährstoffreichem Kompost. Plastik hingegen bleibt über viele Jahre hinweg bestehen und verschmutzt die entstehenden Kompostprodukte.
Ein weiterer Grund ist die Umweltbelastung. Gelangt Plastik in die Grünabfallentsorgung oder Kompostieranlage, kann es in Mikroplastik zerfallen. Diese winzigen Partikel belasten nicht nur Böden und Pflanzen, sondern können auch ins Grundwasser gelangen. So schadet Plastik letztlich Tieren, Menschen und der gesamten Umwelt.
Darüber hinaus verursacht die Entsorgung von Fremdstoffen in Gartenabfällen zusätzliche Kosten. Störstoffe wie Plastik müssen in den Kompostieranlagen mühsam herausgefiltert werden. Dieser Aufwand ist teuer und erschwert die Arbeit der Entsorgungsbetriebe erheblich.
Aus diesen Gründen ist es wichtig, bei der Entsorgung von Gartenabfällen sorgfältig darauf zu achten, dass keine Plastiktüten, Pflanztöpfe oder andere Kunststoffteile mitentsorgt werden.
Zerkleinerung und Mischung des Materials
Bevor die eigentliche Kompostierung starten kann, muss das heterogene Material aufbereitet werden. Äste, Strauchwerk und Blätter werden mit einer leistungsstarken Schredderanlage zerkleinert. Dieser Schritt vergrößert die Oberfläche des Materials und schafft eine homogene Mischung aus holzigen und krautigen Bestandteilen. Ein ausgewogenes Verhältnis von strukturreichem, kohlenstoffhaltigem Holz und stickstoffreichem Grünmaterial ist wichtig: Es sorgt für gute Belüftung im Haufen und optimale Startbedingungen für die Mikroorganismen. Die feine Durchmischung verhindert außerdem, dass große Stücke unverrottet bleiben, und beschleunigt den gesamten Rotteprozess. Schon kurz nach dem Schreddern setzt die natürliche Mikrobiologie ein: Bodenbakterien, Pilze und andere Organismen beginnen mit dem Abbau der organischen Substanz
Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Schreddertechnik stark auf die Qualität des Eingangsmaterials reagiert. Da hohe Anteile von Sand und Erde in den Gartenabfällen zu einem deutlich erhöhten Verschleiß der Maschine führen, wirkt sich dieses auf einen höheren Annahmepreis für Material mit Erdanhaftung aus. Darüber hinaus können Steine oder Metallteile erhebliche Schäden verursachen, die Reparaturkosten von mehreren tausend Euro nach sich ziehen können.
Aufsetzen der Miete – die Kompostierung beginnt
Nach dem Schreddern wird das vorbereitete Material zu großen Mieten aufgeschichtet. Ein großer Radlader formt aus der locker aufgeteilten Mischung einen trapezförmigen Komposthaufen (Miete) auf dem Gelände. In diesem Haufen laufen nun von selbst die Rotteprozesse ab: Unzählige Mikroorganismen und Pilze arbeiten im Inneren der Miete und verwandeln die Gartenabfälle in wertvollen Humus. Innerhalb weniger Tage steigt die Temperatur im Kern der Miete stark an – die sogenannte Heißrotte beginnt. Durch den mikrobiellen Abbau entsteht Wärme, die das Innere des Komposthaufens auf 60–70 °C erwärmt. Diese hohen Temperaturen beschleunigen nicht nur die Zersetzung, sondern sorgen auch dafür, dass Unkrautsamen, Wurzelausläufer und Krankheitskeime abgetötet werden. Das Resultat ist hygienisch unbedenklicher Kompost ohne unerwünschte Beimengungen von keimfähigen Pflanzenteilen.
Während der Intensivrotte ist ausreichende Belüftung entscheidend. Die Mikroorganismen benötigen Sauerstoff für die aeroben Abbauprozesse – ohne Luft würden Fäulnis und Gerüche entstehen. Daher wird die Miete in den kommenden Wochen mehrmals umgesetzt, d.h. mit dem Radlader durchmischt und neu aufgesetzt. Bei Galafa geschieht dies mindestens zweimal innerhalb von circa 16 Wochen. Durch das Umsetzen gelangt frischer Sauerstoff ins Material, und gleichzeitig werden Bereiche aus dem Inneren nach außen befördert und umgekehrt. So verrotten alle Bestandteile möglichst gleichmäßig. Zudem verteilt sich die Feuchtigkeit neu – sollte der Haufen zu trocken werden, kann bei Bedarf Wasser zugesetzt werden, während bei zu viel Nässe das Umsetzen für Abtrocknung sorgt. Während dieser Phase überwachen die Mitarbeiter täglich die Temperatur im Kern der Miete und prüfen bei jedem Umsetzvorgang das Material visuell auf seine Konsistenz. All dies stellt sicher, dass die Bedingungen für die Rottebiologie optimal bleiben und der Abbau schnell voranschreitet.
Reifephase der Kompostmiete

Nach einigen Wochen hat der Komposthaufen die Heißrotte hinter sich. Die Temperatur sinkt allmählich auf unter 40 °C, und eine Abkühl- und Reifephase schließt sich an. In dieser Zeit werden verbliebene, schwer abbaubare Bestandteile wie Lignin und Zellulose weiter von Aktinomyzeten und Pilzen zersetzt. Der Kompost „reift“ aus und entwickelt mehr stabile Humusstoffe. Sichtbar verändert sich die Miete: Aus buntem Grünschnitt wird ein dunkelbraunes, nach frischer Erde duftendes Substrat. Diese Nachrotte dauert je nach Ausgangsmaterial mehrere Wochen bis wenige Monate. Bei Galafa beträgt die gesamte Rottezeit vom frischen Grünschnitt bis zum reifen Kompost etwa 16 Wochen. In dieser Zeit hat sich das Volumen des Materials stark verringert – grob geschätzt bleibt nur rund die Hälfte des ursprünglichen Volumens übrig, da viel Wasser verdunstet und Kohlendioxid abgegeben wird. Der entstandene Kompost enthält dafür konzentriert die Nährstoffe und organischen Stoffe des Ausgangsmaterials in stabiler Form.
Siebung und Entfernung von Fremdstoffen

Am Ende der Rotte wird der Komposthaufen auseinandergezogen und das Material einer Trommelsieb-Anlage zugeführt. Nicht alles angelieferte Material ist vollständig zersetzt – insbesondere holzige Stücke brauchen länger. Auch kleine Mengen Fremdstoffe (Plastik, Steine, Metall), die zuvor übersehen wurden, können sich im Kompost befinden. Daher erfolgt nun eine zweistufige Fraktionierung durch Sieben. Zunächst passiert der Kompost ein grobes Sieb mit etwa 40 mm Maschenweite. Alles, was kleiner als 40 mm ist, fällt als fertiger Kompost durch. Größere Bestandteile hingegen werden ausgeschleust: Störstoffe wie Kunststoffteile werden als Abfall aussortiert und fachgerecht entsorgt, während holzige Strukturen (Holzstücke, Zweige) als Überkorn abgetrennt werden. Diese holzigen Reste sind energiereich und gehen bei Galafa in die thermische Verwertung.

Der zunächst gewonnene Kompost nach dem Grobsieb wird als Kompost 0/40 (0 bis 40 mm Korngröße) bezeichnet. Er durchläuft noch eine kurze Nachrotte von ca. 2 Wochen, damit eventuell enthaltene halbgare Partikel weiter stabilisieren können. Anschließend folgt die zweite Siebstufe mit feineren Maschen (z.B. 20 mm), um den Kompost weiter zu verfeinern und weitere Fremdstoffe auszuschleusen. Nach diesem Schritt erhält man den gebrauchsfertigen Feinkompost 0/20, eine krümeliger Kompost Erde ohne grobe Stücke.
Qualitätskontrolle und Gütesiegel

Qualität steht bei der Kompostherstellung an oberster Stelle – schließlich soll der Kompost bedenkenlos im Garten oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden können. Bereits während des Kompostierprozesses finden kontinuierliche Kontrollen statt: Die Temperatur der Mieten wird täglich gemessen, Feuchtigkeit und Geruch werden überwacht, und bei jedem Umsetzen begutachten Fachkräfte den Rotteverlauf. Sobald der Feinkompost vorliegt, unterzieht man ihn einer gründlichen Analyse. Galafa lässt den fertigen Kompost regelmäßig durch die Gütegemeinschaft Kompost e.V. untersuchen. Diese unabhängige Stelle prüft Proben auf Nährstoffgehalte (wie Stickstoff, Phosphor, Kalium), den pH-Wert, Salzgehalt, Schwermetalle sowie auf eventuelle Verunreinigungen wie Kunststoffe oder Glas. Ebenso wird der sogenannte Rottegrad bestimmt – ein Maß dafür, wie weit die Zersetzung fortgeschritten ist. Nur ausgereifter Kompost mit einem Rottegrad IV oder V gilt als Fertigkompost und erhält das Gütezeichen. Galafa-Kompost erfüllt diese Vorgaben und ist mit dem RAL-Gütezeichen Kompost (RAL-GZ 251) ausgezeichnet. Dieses Qualitätssiegel garantiert, dass der Kompost hygienisch unbedenklich, ausreichend stabil (humusreich) und frei von Schadstoffen in zulässigen Grenzen ist. Gütegesicherter Kompost muss strenge Grenzwerte für Fremdstoffe einhalten – sichtbare Plastikteile sind praktisch nicht vorhanden – und wird ständig überwacht. Für die Kunden bedeutet das: Der Kompost ist ein geprüftes Qualitätsprodukt, auf das sie sich verlassen können.
Hervorzuheben ist, dass Galafa ausschließlich Grüngutkompost herstellt, also Kompost aus reinen Garten- und Parkabfällen ohne Beimischung von Bioabfällen aus der Haushaltstonne. Grüngutkompost weist aufgrund des höheren Anteils an holzigem Material eine gute Struktur auf und enthält in der Regel deutlich weniger Störstoffe wie Plastik oder Glas als Komposte aus gemischten Siedlungsabfällen. Das Ergebnis ist ein besonders sauberer Kompost, der auch im ökologischen Landbau geschätzt wird.
Vom Kompostwerk zurück in den Garten

Ist der Kompost vollständig ausgereift und qualitätsgeprüft, steht er für die Auslieferung bereit. Ein Teil des Produkts wird als lose Ware direkt an Privatgärtner, Landschaftsbaubetriebe und Landwirte abgegeben. Viele Hobbygärtner holen sich im Frühjahr Anhängerladung um Anhängerladung ab, um Beete, Rasen und Neupflanzungen mit dem „schwarzen Gold“ zu verbessern. Daneben verwendet Galafa den Kompost auch als Mischkomponente: Er wird kontrolliert mit Sand, Mutterboden oder weiteren Zuschlagstoffen vermengt, um spezielle Kulturerden, Substrate und Mutterböden herzustellen. Diese fertigen Erden enthalten eine abgestimmte Menge Kompost und werden z.B. als Pflanzerde, Rasenerde oder Hochbeet-Erde angeboten. So kommt der Nährstoff- und Humusgehalt des Komposts genau dort an, wo er gebraucht wird.
Die Wirkung von hochwertigem Kompost auf Böden und Pflanzen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Kompost verbessert die Bodenstruktur – krümeliger Humus lockert dichte Böden und hilft sandigen Böden, Wasser besser zu speichern. Zudem fördert Kompost ein aktives und gesundes Bodenleben, da er unzählige Mikroorganismen und Nährstoffe mitbringt. Pflanzen, die auf kompostverbesserten Böden wachsen, profitieren von einer gleichmäßigen Nährstoffversorgung und einer höheren Wasserhaltefähigkeit des Bodens. Dadurch sind sie oft widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Krankheiten. Landwirtschaftliche Betriebe nutzen Kompost daher zur Humusdüngung und Bodenverbesserung, während Hobbygärtner damit ihre Blumen- und Gemüsebeete aufwerten.
Am Ende schließt sich der Kreis: Was einst als Gartenabfall anfiel, kehrt in Form von Kompost als wertvolle Ressource für neues Wachstum zurück in die Gärten der Region. Jeder Laubhaufen und jeder Grasschnitt, der zur Kompostierung gebracht wird, leistet so einen Beitrag zur Nachhaltigkeit – er reduziert Abfall, schont Deponieraum und ersetzt torfhaltige Erde oder Kunstdünger durch ein natürliches Produkt. Der Weg vom Grünschnitt zum Kompost zeigt eindrucksvoll, wie aus vermeintlichem „Abfall“ ein Güteprodukt für unsere Böden wird. Dieses Zusammenspiel von Technik und Natur im Kompostwerk macht deutlich: In einem Haufen Gartenabfälle steckt das Potenzial für neues Leben in unseren Gärten. Gartenbesitzer, Unternehmen und Kommunen können dank Einrichtungen wie dem Galafa Erdenwerk sicher sein, dass ihre organischen Abfälle sinnvoll weiterverwertet werden – im Sinne der Umwelt und für einen gesunden, lebendigen Boden im eigenen Grün.



